Widderzwerge (WZw)
Zuchtziel
"Es sollte ein Zwergkaninchen werden, dabei aber im Widdertyp bleiben, d.h. Deutsche Widder mit einem Gewicht von 2-3 Pfund" (A. de Cock, DKZ 24/1966). Wesentliche Rassemerkmale sind daher in erster Linie Typ, Robustheit und Masse, in zweiter Linie die Zwergengröße. Nicht das kleinste Tier ist das beste, sondern jenes, das innerhalb der gesetzten Gewichtsgrenzen den Widder-Typ am besten verkörpert.
Geschichtliches
Erzüchter ist Adrian de Cock aus Tilburg / Niederl. 1952 begann er mit der Kreuzung einer Farbenzwerg-Häsin mit einem Deutschen-Widder-Rammler. Mehrere Generationen lang betrieb er Inzucht, danach kreuzte er Englische Widder ein. Nach 12-jähriger Züchterarbeit trat er mit seinen tieren zum ersten Mal an die Öffentlichkeit; anlässlich der holländischen Bundesschau 1964 in Den Bosch zeigte er 4 Tiere. Der Andrang vor den Tieren war groß. Noch im gleichen Jahr wurde die Rasse zum ersten Mal nach Deutschland importiert. Die Tiere aber enttäuschten, die Geburtswehen der Rasse waren allgegenwärtig. Das Interesse erlosch nahezu, zumal die Deutschen Klein-Widder mehr und mehr das Feld beherrschten. 1972 stellte Zfr. Scholten, Kleve, in Essen eine Kollektion ansprechender Widderzwerge vor. 1973 wurde die Rasse anerkannt. Der Boom, den die Rasse erlebt, dauert noch an. Es ist kaum abzusehen, wann die Rasse den Ausbau ihres prozentualen Anteils an den Rassekaninchen abgeschlossen hat. Züchterische Probleme bereiten auch heute noch sowohl Größe wie auch Widdertyp, wenn auch konstatiert werden muss, dass es mit den Widderzwergen kontinuierlich bergauf geht.
Körperform, Bau, Stellung, Fell
Gewicht:
1 - 1,4 kg, Normalgewicht 1,4 kg und mehr, Höchstgewicht 1,9 kg.
Form, Stellung:
Kurz, gedrungen, breitschulterig, Stellung knapp mittelhoch.
Kopf:
Kurz, kräftig, ausgeprägter Widderkopf bei beiden Geschlechtern, Stirn- und Schnauzpartie breit, Kinnbacken stark entwickelt, Ramsnase schön gebogen. L.F.: Schwache Kopfbildung S.F.: Völliges Fehlen des Widdertyps.
Behang:
24-28cm lang, fleischig, voll behaart, an den Enden gut abgerundet, an den Ohrenansätzen ausgeprägte Wülste (Kronen), hufeisenförmig, mit der Schallöffnung nach innen zum Kopf und vertikal nach unten hängend getragen. L.F.: Flache Wülste und abstehender (schwebend getragener) Behang. S.F.: Zeitweiliges Aufrechttragen eines oder beider Ohren, weniger als 24cm und mehr als 28cm Behanglänge.
Rumpf:
Walzenförmig, Brust und Hinterpartie breit, Hinterpartie gut abgerundet, Hals und kräftiger Nacken kaum in Erscheinung tretend.
Rücken:
Rückenlinie schön geschwungen, Hinterpartie gut gerundet.
Läufe:
Kurz, mittelstark.
Fell:
Mittellang (etwas länger als bei den Farbenzwergen), dicht behaart und weich, gleichmäßig gegrannt.
Häsin:
Insgesamt etwas feiner als der Rammler, frei von jeglicher Wammenbildung. S.F.: Wammenansatz bei alles Tieren.
Farbe und Zeichnung
Anerkannt sind die Farbenschläge Grau in den Abstufungen Wild-, Hasen-, Dunkel-, Eisengrau und Hasenfarbig, Weiß Rot- und Blauaugen, sowie - mit der unten folgenden Einschränkungen - alle anderen einfarbigen Farbenschläge. Anerkannt ist außerdem die Thüringerfarbe nebst Thüringerabzeichen. Diese Farbenschläge (ausser Weiss) sind auch als gescheckte Tiere zugelassen, wobei nur die Mantelscheckung anerkannt ist. Für diese gelten die oben bei den Deutschen Widdern beschriebenen Forderungen. Anerkannt sind ferner - mit der unten folgenden Einschränkung - weitere Farbenschläge mit Zeichnung oder Abzeichen; für sie ist eine Kombination mit der Mantelscheckung nicht zugelassen. Für alle Farbenschläge werden die jeweiligen Anforderungen an farbe, Zeichnung und Abzeichen der entsprechenden Rassen erhoben.
Nicht zugelassen sind die Farben und Zeichnungen der Silberkaninchen, der Deutschen Riesen-Schecken, der Rheinischen Schecken, der Klein-Schecken, der Englischen Schecken, der Schwarzgrannen, der Holländer, der Seperator und der Jamora.
L.F.: Leichte Farbfehler wie bei den Ausgangsrassen. S.F.: Schwere Fehler wie bei den Ausgangsrassen.
Allgemeines
Die Widderzwerge sind vital, an Unterbringung und Futter stellen sie keine hohen Ansprüche. Doch hat man ihnen wie jedem haustier eine entsprechende Sorgfalt angedeihen zu lassen. In ihrer Lebhaftigkeit sind sie liebenswerte Geschöpfe, keinesfalls sollten, wie in der Vergangenheit teilweise geschehen, verschiedene farbenschläge untereinander gekreuzt werden. Das Hauptaugenmerk muss auf der Einhaltung des Gewichtsrahmen und der Verbesserung des Widdertyps liegen. Bei vielen Tieren müssen die Felle kürzer werden.
Weitere Informationen findet ihr auch unter Züchter suchen Züchter .
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