Freitag, 25. Mai 2012

Kurzhaarrassen: Blaugraue Rexe....

WEITERE BEMERKENSWERTEN RASSEN FINDET IHR UNTER 



Rexkaninchen (Rex)


Zuchtziel

Ihr Fell begründet die Eigenart dieser Rasse, denn Unterwolle und Deckhaar sind bedeutend kürzer als bei den Normalhaarrassen. Die Haare sind 17-20mm lang und stehen senkrecht zum Haarboden. Die Grannenhaare sind äußerst fein, dürfen nicht gekrümmt sein, sollen mit der Unterwolle glatt abschneiden oder diese nicht mehr als 1mm überragen. Das Merkmal der Kurzhaarigkeit lässt sich durch Kreuzung auf alle Kaninchenrassen übertragen; daraus erklärt sich die große Farbauswahl der Rexe.

Geschichtliches

Eines Tages im Jahre 1919 entdeckte der französische Kleinbauer Caillon in Coulongé im Nest einer grauen Kreuzungshäsin ein Jungtier, dem das Haar später als seinen Wurfgeschwistern wuchs. Dies wiederholte sich auch beim nächsten Wurf. Abbé Amedé Gillet, der Pfarrer des Dorfes, wurde aufmerksam und kaufte dem Bauern beide Tiere, ein Paar, ab. Deren Nachkommen waren durchweg kurzhaarig und ausnahmslos mit einem körperlichen Defekt behaftet. Deshalb kreuzte Gillet normalhaarige Tiere ein. Sechs Tiere aus solchen Würfen stellte er 1924 in Paris als "Castor-Rexe" der staunenden Öffentlichkleit vor. 1926 wurden die ersten Rexe in Deutschland gezeigt. Sie waren hier, wie überall, wo sie auftauchten, die Sensation aller Asustellungen. Von der schwächeren Vitalität, die die ältere Literatur gerne noch den Rexen zuschrieb, ist heute kaum noch etwas zu merken. Lediglich Kahlstellen unter den Sohlen, teilweiseauch wunde Läufe, finden wir bei den Rexen häufiger als bei den anderen Rassen, das mag jedoch auch an der dünnen Behaarung liegen. Einige Farbenschläge gehören mit zu den Spitzenrassen der deutschen Kaninchenzucht, andere fristen ein Schattendasein.

Gewicht

Wegen der unterschiedlichen Abstammung der Rexe gibt es zwei Gewichtsklassen.
Gewichtbewertung:
a) Chin-, Blau-, Weiß-, Dreifarben-Schecken-, Dalmatiner-, Gelb-, Castor-, Schwarz-, Havanna-, Blaugrau-, und Rhön-Rexe: 2,5kg bis 3,5kg, Normalgewicht über 3,5kg, Höchstgewicht 4,5kg.

b) Feh-, Lux-, Loh-, Marder- und Russen-Rexe: 2,375 bis 3kg, Normalgewicht über 3kg, Höchstgewicht 4,5kg

Körperform, Bau, Stellung, Fell

Form, Stellung:

Vorbild für alle Rexe sind Körperform und Bau des Castor-Rex. Als Folge des kurzen Haares weicht die Form von der der normalhaarigen Rassen etwas ab, weil die Umrisse der Körperformen schärfer in Erscheinung treten. Wesentlich ist eine leicht gestreckte, dennoch harmonisch wirkende Form.

Kopf:

Erscheint etwas länglicher als bei den Normalhaarrassen; dennoch sind Stirn und Schnauze breit, die Backen kräftig.

Ohren:

Kräftig, fleischig, gut behaart; sie werden straff aufgerichtet getragen und haben in Länge und Breite dem Körper zu entsprechen. Verglichen mit den Ohren der normalhaarigen Rassen, erscheinen sie etwas länger.

Rumpf:

Leicht gestreckt, walzenförmig, Vorder- und Hinterpartie gleichmäßig breit; Schulter gut bemuskelt, Hinterpartie gut gerundet. Hals und Nacken nur leicht sichtbar angedeutet.

Blume:

Aufgerichtet und anliegend getragen.

Rücken:

Rückenlinie ebenmäßig, Hinterpartie gut gerundet.

Läufe:

Mittellang, kräftig, gerade.

Fell:

Verlangt wird ein sehr dichtes und auf dem Haarboden fast senkrecht stehendes Fellhaar, das auf der Rückenmitte eine Länge von 17 - 20 mm hat. Wellen- oder gar Lockenbildung der einzelnen Haare ist verpönt. Die Haare haben stabil zu sein, so dass sie, mit der flachen hand gegen den Strich niedergedrückt, senkrecht stehen bleiben oder nur langsam ihre ursprüngliche Lage einnehmen. Bei einem zu dünnen oder zu weichen Fell bleiben die Haare liegen. Die Grannenhaare sind fein, gerade und haben die gleiche Länge wie das Unterhaar; jedenfalls sollen die Grannenspitzen das Wollhaar höchstens 1 mm überragen. Der Keil im Nacken ist möglichst klein und lockenfrei. Das Fell ist um so wertvoller, je glatter die Nackenpartie ist; doch werden sich wellige oder lockige Haare im Nackenkeil und am Bauch, vor allem in der Geschlechtspartie nicht völlig umgehen lassen. L.F.: Leichte Wirbel- oder Lockenbildung in der Decke (Keil und Bauch ausgenommen), Grannen, die mehr als 1mm überstehen, etwas dünnes oder weiches Haar. S.F.: Zu kurzes oder zu langes Haar, sehr lange, überstehende Grannen, starke Wirbel- oder Lockenbildung in der Decke.

Häsin:

Eine kleine, gut geformte Wamme ist bei älteren Häsinnen zugelassen.



Deckfarbe, Gleichmäßigkeit und Unterfarbe

Deckfarbe: Die Deckfarbe ist blauwildfarbig im mittleren Farbton. Augenringe und Kinnbacken erscheinen hell. Der Keil im Nacken ist klein und bräunlich. Die Bauchdeckfarbe, die Unterseite der Blume und die Innenseiten der Läufe variieren im hellen Farbton bis weiss. Die Farbe der Decke soll sich möglichst im gleichen Farbton über alle körperteile erstrecken. Die Augen sind blaugrau, die Krallen dunkelhornfarbig.
Zwischenfarbe: Die Zwischenfarbe befindet sich als schmaler bräunlicher Streifen dicht unter der Deckfarbe und ist nicht scharf abgegrenzt.
Unterfarbe: Die Unterfarbe ist blaugrau und umfasst zwei Drittel der Haarlänge. Die Bauchunterfarbe ist ebenfalls blaugrau. Sie muss selbst bei älteren Häsinnen noch vorhanden sein.

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